Qualitätssicherung: Herausforderung für die Psychotherapie
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Qualität im Gesundheitswesen bedeutet eine entsprechend sichere, ausreichende und zweckmässige, d.h. patienten- und bedarfsgerechte Versorgung. Diese muss an Lebensqualität orientiert sein, fachlich qualifiziert durchgeführt werden, aber auch ökonomisch umsetzbar sein. Sie muss in jedem Fall das Ziel verfolgen, die Wahrscheinlichkeit erwünschter Behandlungsergebnisse bei Individuen und in der Gesamtbevölkerung zu erhöhen. "Qualität" in der Psychotherapie bezieht sich sowohl auf psychotherapeutische Leistungen als auch auf die internen Prozesse einer Organisation und ist definiert als das Mass, in dem der betrachtete Prozess bestimmten Anforderungen genügt.

Diese Anforderungen müssen explizit definiert sein wie zum Beispiel in den ethischen Richtlinien, wie sie in der Psychotherapie eingeführt wurden. Bei diesen Regelungen handelt es sich um qualitätssichernde Massnahmen. Sie beschreiben den Versuch, gültige Werte und Anforderungen für die Psychotherapie zu klären, indem sie sich damit beschäftigen, was gutes oder schlechtes Handeln ausmacht. In der therapeutischen Begleitung muss den subjektiven Werten primäre Bedeutung zukommen. Demgegenüber muss im Falle der Qualitätssicherung von therapeutischen Handlungen dem objektiv-phänomenologischen Gesichtspunkt Vorrang gegeben werden. Wenn es um die Einhaltung allgemeingültiger ethischer Richtlinien geht, sind objektive Sachverhalte massgebend.

Zum Stand der Qualitätssicherung in der Schweiz:
Wie sich im Laufe der letzten Jahre gezeigt hat, gewinnt Qualitätssicherung im Berufsbild von PsychotherapeutInnen zunehmend an Wichtigkeit. Dabei setzt sich im Berufsstand und der Bevölkerung nur zögernd die Bereitwilligkeit durch, die Vorstellung von allwissenden und makellosen PsychotherapeutInnen aufzugeben. Die in weiten Kreisen verbreitete Meinung, dass PsychotherapeutInnen wegen ihrer akademischen Bildung "bessere" Menschen seien, denen bedingungslose Vertrauenswürdigkeit gebührt, ist bedenklich. Doch die Psychotherapie-Community wehrt sich: Aus Deutschland und der Schweiz ertönen Rufe, welche die Angst der PsychotherapeutInnen vor einer Verunglimpfung des Berufsstandes ausdrücken.